Post by (abendkleider online) Apr 2012
Schon 2008 wurde Viktor Bout in Bangkok verhaftet und zwei jahre später von einem thailändischen Gericht verhört© Damir Sagolj/ReutersDer russische Waffenhändler Viktor Bout muss in den USA 25 Jahre lang ins Gefängnis. Ein US-Bundesgericht in New York verurteilte den 45-Jährigen unter anderem wegen Verschwörung zum Verkauf eines umfangreichen Waffenarsenals an den USA feindlich gesinnte Rebellen in Kolumbien zu der langjährigen Haftstrafe. Russland kritisierte das Urteil, das Bouts Anwalt anfechten will.
brautkleider 2012 Bout erhielt zudem in drei weiteren Anklagepunkten, in denen er im November für schuldig befunden worden war, jeweils 15 Jahre Haft. Die Haftstrafen werden aber nicht addiert. "25 Jahre sind genug", sagte Richterin Shira Scheindlin bei der Verkündung des Strafmaßes. "Es gibt keine Beweise, dass er sich aktiv in einer terroristischen Vereinigung engagieren wollte." Bout habe aber in der Vergangenheit Waffen an "die grausamsten und gewalttätigsten Regime der Welt" verkauft. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert.
Bout selbst beteuerte bei der Urteilsverkündung erneut seine Unschuld. "Ich hatte nie die Absicht, jemanden zu töten, und ich hatte nie die Absicht, Waffen an jemanden zu verkaufen, Gott kennt die Wahrheit", sagte Bout im Gerichtssaal, in dem auch seine Frau Alla und seine 17-jährige Tochter anwesend waren. Staatsanwalt Preet Bharara nannte das Urteil angemessen "für einen Karriere-Waffenhändler der gefährlichsten Art".
Russland fordert Auslieferung
Bouts Anwalt Albert Dayan hatte der Richterin vorgeworfen, seinen Mandanten vorverurteilt zu haben. Er sagte laut russischen Nachrichtenagenturen, für seinen Mandanten bedeute das Urteil nicht das Ende. "Wir haben solide Argumente und sind zuversichtlich, dass die Wahrheit siegen wird." Er werde das Urteil anfechten. Bouts Ehefrau Alla sagte, das Urteil sei ein "Sieg". Dass das Strafmaß unter der Forderung der Staatsanwaltschaft liege zeige deren "schwache Argumente".
Das russische Außenministerium kritisierte das Urteil als "unbegründet und parteiisch". Die US-Justiz habe auf "politische Anweisung" gehandelt. Das Ministerium werde "alle notwendigen Anstrengungen unternehmen, um die Rückkehr Viktor Bouts in seine Heimat zu erreichen". Der einflussreiche russische Parlamentarier Alexej Puschkow forderte auf, Bout zu begnadigen.
Der als "Händler des Todes" bekannte Bout war 2008 in Thailand festgenommen und später an die USA ausgeliefert worden. US-Agenten, die sich als Mitglieder der kolumbianischen FARC-Guerilla ausgaben, hatten ihn in ein fiktives Waffengeschäft verwickelt und unter anderem Raketen zum Abschuss von US-Flugzeugen verlangt.
Von Afghanistan nach Hollywood
Bouts Anwalt sagte vor Gericht, sein Mandat habe den Waffenverkauf lediglich vorgetäuscht, tatsächlich sei es ihm um den Verkauf von Flugzeugen gegangen. Im November wurde Bout unter anderem für schuldig befunden, den Verkauf von Waffen zur Tötung von US-Bürgern geplant zu haben.
Der Russe soll Waffen in Krisengebiete in Afrika, Südamerika, den Nahen Osten und nach Asien geliefert haben. Auch in Afghanistan soll er über Jahre Kriegsparteien mit Waffen versorgt haben, auch islamistische Terrorgruppen. Bout beherrscht angeblich sechs Fremdsprachen und verfügte in der Vergangenheit über verschiedene Tarnidentitäten. Sein schillerndes Leben war Vorlage für den Hollywood-Film "Lord of War - Händler des Todes" mit .
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