2012年4月26日星期四

Smarte Mobilität in verschiedenen Ausprägungen

Post by (abendkleider online) Apr 2012

Die ersten E-Bikes des Auto- herstellers Smart und des amerikanischen Fahrradanbieters Specialized verfolgen unterschiedliche Ansätze: Wartungsarm und flexibel präsentiert sich das Smart-Bike, betont sportlich das Specialized «turbo».

Martin Platter
Beim ersten einspurigen Smart aus dem Hause Daimler ist nicht Höchstleistung oberste Prämisse, sondern Wartungsfreiheit, Stil und Flexibilität. Als erster Hersteller in der Schweiz kombiniert Smart serienmässig einen geräuschlosen und wartungsfreien Zahnriemenpedalantrieb mit einem Radnabenmotor des kanadischen Herstellers BionX. Der Motor leistet gemäss Datenblatt 250 Watt und unterstützt bis 25 km/h. Zulassung und Helmtragepflicht sind damit für Erwachsene obsolet.

Eigenständiges Rahmendesign

Die BionX-Nabe verfügt über eine integrierte Dreigangschaltung von Sram. Sie ist hierzulande ebenso rar wie der Gates-Riemenantrieb, der Konstrukteure traditioneller Diamantrahmen bisher vor besondere Probleme stellte. Da sich der Zahnriemen beim Einbau nicht wie eine Kette öffnen lässt, muss das hintere Rahmendreieck geöffnet werden können. Smart beziehungsweise die Berliner E-Bike-Schmiede Grace, bei der die Fahrräder in Auftrag gegeben wurden, umgeht dies mit einem eigenständigen Rahmendesign, das auf Sattelstreben verzichtet. Ein Verbund von voluminösen Aluminiumrohren und ein Alu-Kastenprofil als Hinterbau bilden das Rückgrat, das Gabel und Hinterrad verbindet. So kann der Riemen problemlos ein- und ausgebaut und durch Verschieben des Hinterrades gespannt werden.
Der herausnehmbare Akku mit 423 Wattstunden Kapazität befindet sich intelligent placiert im Rahmen über dem Tretlager. Das sieht nicht nur aufgeräumt aus, sondern bringt eine Zentrierung der Masse und damit Ruhe ins Fahrverhalten. Für externe Geräte wie Navi oder iPhone ist ein USB-Anschluss vorgesehen, der Strom aus der Fahrbatterie bezieht. Leider stand bei Redaktionsschluss noch kein Smart- E-Bike zur Verfügung. Ein Fahrtest des 3450 Franken teuren Fahrzeugs wird deshalb zu gegebener Zeit nachgeholt.
Bereits fahren konnten wir dagegen das neue Specialized «turbo», das im europäischen Entwicklungszentrum in Cham bei Zug entstanden ist. Wir haben Produktmanager Marc Faude auf seinem 44 Kilometer langen Arbeitsweg heimwärts nach Stäfa abgefangen und ihn von Zug nach Menzingen mit einem SpeedPed, das sich im Langzeittest befindet, begleitet. Das «turbo» verfügt über einen Radnabenmotor, den wie beim Stöckli «e. t.» der Schweizer Hersteller Go Swissdrive aus Gams beisteuert.
Technisch orientiert sich der E-Bike-Erstling des US-Herstellers am «Stromer». Der entfernbare, mit einem Schloss gesicherte Akku ist im wuchtigen Unterrohr eingebaut. Der ganze Rest des «turbo» ist jedoch wesentlich filigraner als beim Schweizer Pendant. Und fast ein Drittel leichter: Nur 21 Kilo wiegt der jüngste Spross von Specialized. «Oberstes Gebot für uns war, dass sich das <turbo> fährt wie ein hochwertiges Fahrrad», erklärt Faude. So ist es tatsächlich. Der Motor schiebt kraftvoll und völlig geräuschlos an. Das «turbo» fährt sich handlich, direkt und verwindungssteif wie ein gutes Rennrad, das aber dank dem Motor mit zehn Gängen auskommt.
Specialized verbaut trotz der erhöhten Belastung 28-Zoll-Räder. Um die Stabilität zu vergrössern, wurde die Speichenanzahl auf 36 pro Rad erhöht und eine breite Hohlkammerfelge verwendet. Steckachsen, vorne mit 15, hinten mit 12 Millimeter Durchmesser (X-12-Standard), erleichtern nicht nur den Radein- und -ausbau, sondern versteifen das Gesamtsystem spürbar gegenüber den sonst üblichen Neunmillimeter-Achsen für Schnellspanner. Auch die Bremsscheiben sind mit 180 Millimeter Durchmesser üppiger dimensioniert, ebenso das Gabelschaftrohr.brautkleider 2012
Die Massnahmen zahlen sich aus: Mit einer Geschwindigkeit von 31 bis 38 km/h in der Steigung nach Aegeri beziehungsweise Edlibach lassen wir sogar den sporadisch anhaltenden Linienbus hinter uns. Mit berauschender Leichtigkeit überwinden wir auf den 9 Kilometern nach Menzingen knapp 400 Höhenmeter. «Der 342-Wattstunden-Akku reicht bei Vollgas exakt für meinen Arbeitsweg. Bedingung ist, dass ich in den langen Abfahrten den Akku rekuperiere», ergänzt Faude. Für die coupierten 44 Kilometer benötige er jeweils eine gute Stunde.

Schmal und kompakt

Positiv aufgefallen sind ausserdem die schmale Silhouette des «turbo» und der geringe Q-Faktor (die Spreizung der Beine) beim Pedalen. Im Vergleich zum Stromer ist der Go-Swissdrive-Antrieb in der Breite merklich kompakter. Das speziell für den Antrieb entwickelte Display bedient sich zur Übertragung der üblichen Fahr-, Vital- und Betriebszustandsdaten des «Ant+»-Standards für drahtlose Netzwerke. Die Motorunterstützung wird von einem nachts beleuchteten, beim Lenkergriff sitzenden Tippschalter variiert. Alle übrigen Kabel sind im Rahmen verlegt, was auch dem «turbo» eine aufgeräumte Optik verleiht. Die von Faude angekündigte, geringe Leistung von nur 250 Watt überrascht jedoch in Anbetracht der Fahrdynamik. «Das ist nur der Nominalwert. Tatsächlich dürfte der Motor um einiges stärker sein», stellt Faude klar. So viel Hightech allerdings hat seinen Preis: 6799 Franken muss auf den Ladentisch legen, wer das «turbo» sein eigen nennen will.
 
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