2011年11月11日星期五

Allein unter Schweigern

Post by (brautkleider 2012) Nov 2011

Die Weltmarke Olympus steht vor dem Aus: Die Firma hat womöglich Verluste von mehr als einer Milliarde Euro vertuscht. Die Affäre führt tief in die Abgründe des japanischen Wirtschaftssystems, aufgedeckt hat sie ein Ausländer - Ex-Konzernchef Michael Woodford. Das bekam ihm nicht gut.
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Hamburg - Als Michael Christopher Woodford am 1. Oktober Chef von Olympus wurde, war der Skandal schon im vollen Gange: Jene Geschichte über Bilanzmanipulationen im großen Stil, über mindestens vier Firmen, die Olympus zu überteuerten Preisen kaufte oder für deren Übernahme der Kamera- und Medizintechnikkonzern überteuerte Beraterhonorare zahlte, um Verluste aus Finanzgeschäften zu kaschieren.
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Mehr als eine Milliarde Euro könnten in dieser Affäre, in der Woodford Kronzeuge ist, durch dunkle Kanäle geflossen sein. Und das bei einer der größten Firmen Japans. Einer Weltmarke. Über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren hinweg. Es ist ein Skandal, der tief in die Abgründe des japanischen Wirtschaftssystems führt. Michael Woodford, 51, raspelkurzes Haar, ist ein besonnener Mann. Rund 30 Jahre arbeitete der Brite für Olympus - ehe er die Alarmglocken läutete. Von den Vorfällen distanziert er sich in aller Schärfe. Er sei daran nicht beteiligt gewesen, betont er. Nicht in seinen Jahren als Europa-Chef, nicht als Vizechef und auch nicht in jenen zwei surrealen Wochen, in denen er Olympus-Chef war. Seine Stimme klingt müde, wenn er am Telefon über diese Zeit spricht.
Am 14. Oktober wurde Woodford gefeuert. Der Verwaltungsrat von Olympus zitierte ihn zu sich und sagte, man habe einstimmig beschlossen, dass es so das Beste sei. Woodford selbst hatte nicht das Recht zu sprechen. "Sie sagten mir, ich soll den Bus zum Flughafen nehmen", erzählt er. Woodford glaubt, dass er gefeuert wurde, weil er nachgebohrt habe. Weil er seit Juli die Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen von Olympus erforscht habe. Weil er mit seinem eigenen Rücktritt gedroht habe - und schließlich den Rücktritt seines Vorgängers, des damaligen Verwaltungsratschefs Tsuyoshi Kikukawa forderte.
Kikukawa, 71, gilt als Firmenpatriarch, als Ferdinand Piëch von Olympus. Kaum ein Mann hat den Konzern so stark geprägt wie er, der seit 1964 an Bord war. Der Japaner, den ausländische Geldgeber liebten, hatte Woodford, den Ausländer, selbst an die Spitze befördert; und sie lobten ihn für seinen Mut und seine Vision. Nun setzte er den Ausländer wieder vor die Tür, ließ ihn in der Öffentlichkeit schrumpfen. Sagte, Woodford habe Olympus nicht verstanden.
Der Brite habe den Ethos nicht respektiert, der in der 92-jährigen Geschichte des Konzerns gewachsen sei. Sagte Kikukawa. Bevor er am 26. Oktober selbst schmachvoll zurücktreten musste. Bevor Großaktionäre zu fordern begannen, Woodford solle zurückkehren, um bei der Aufklärung der Affäre zu helfen.

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