Post by (brautkleider 2012) Nov 2011
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Hamburg - Als Michael Christopher Woodford am 1. Oktober Chef von Olympus wurde, war der Skandal schon im vollen Gange: Jene Geschichte über Bilanzmanipulationen im großen Stil, über mindestens vier Firmen, die Olympus zu überteuerten Preisen kaufte oder für deren Übernahme der Kamera- und Medizintechnikkonzern überteuerte Beraterhonorare zahlte, um Verluste aus Finanzgeschäften zu kaschieren.
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Am 14. Oktober wurde Woodford gefeuert. Der Verwaltungsrat von Olympus zitierte ihn zu sich und sagte, man habe einstimmig beschlossen, dass es so das Beste sei. Woodford selbst hatte nicht das Recht zu sprechen. "Sie sagten mir, ich soll den Bus zum Flughafen nehmen", erzählt er. Woodford glaubt, dass er gefeuert wurde, weil er nachgebohrt habe. Weil er seit Juli die Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen von Olympus erforscht habe. Weil er mit seinem eigenen Rücktritt gedroht habe - und schließlich den Rücktritt seines Vorgängers, des damaligen Verwaltungsratschefs Tsuyoshi Kikukawa forderte.
Kikukawa, 71, gilt als Firmenpatriarch, als Ferdinand Piëch von Olympus. Kaum ein Mann hat den Konzern so stark geprägt wie er, der seit 1964 an Bord war. Der Japaner, den ausländische Geldgeber liebten, hatte Woodford, den Ausländer, selbst an die Spitze befördert; und sie lobten ihn für seinen Mut und seine Vision. Nun setzte er den Ausländer wieder vor die Tür, ließ ihn in der Öffentlichkeit schrumpfen. Sagte, Woodford habe Olympus nicht verstanden.
Der Brite habe den Ethos nicht respektiert, der in der 92-jährigen Geschichte des Konzerns gewachsen sei. Sagte Kikukawa. Bevor er am 26. Oktober selbst schmachvoll zurücktreten musste. Bevor Großaktionäre zu fordern begannen, Woodford solle zurückkehren, um bei der Aufklärung der Affäre zu helfen.
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