2011年11月3日星期四

Horrorfilm macht Kurhotel «Val Sinestra» in Sent berühmt

Post by (brautkleider 2012) Nov 2011

Einen Film im Hollywood-Stil selber produzieren? Noch dazu mit eigenen Freunden als Darsteller, an der Seite von internationalen Stars? Die Website lost-in-val-sinestra.com macht es möglich.
BlumenmädchenkleiderSent. – Es spukt mal wieder in der Val Sinestra, weit hinten im Tal hinter Sent, dort, wo sich nicht nur Füchse und Hasen gute Nacht sagen, sondern auch Schweizer Familien, holländische Feriengruppen und ebenso belgische Geisterjäger. Bekannt war bisher, dass ein Geist, ein Untoter, das Haus bewohnen soll – ganz massiv aber geistert es virtuell im Internet.
Kurze Geschichte des Geisterhauses
Vor über 100 Jahren wurde das schlossähnliche Kurhotel «Val Sinestra» gebaut. Gäste von weit herum kamen ins abgelegene Tal, weil sie sich vom arsenhaltigen Wasser, das gleich neben dem Haus aus dem Berg sprudelt, Heilung bei Blut- und Stoffwechselkrankheiten, bei Hautallergien und bei sexueller Schwäche versprachen. In den Siebzigerjahren dann traten pharmazeutische Mittel anstelle der Badewannen, und das Haus stand jahrelang leer, bis es vom Holländer Peter Kruit gekauft und zur günstigen Herberge umgenutzt wurde.
Das war auch der Moment, als sich der Geist meldete und dem neuen Besitzer erst einmal einen gehörigen Schrecken einjagte. Seither hat sich der Geist als harmlos erwiesen, und er wurde von den Besitzern akzeptiert. Ab und zu soll er sich bemerkbar machen. Fast öfter aber melden sich Geisterjäger aus dem In- und Ausland, die sich für das Phänomen interessieren. Und schliesslich ist auch eine mysteriöse Belgierin aufgetaucht, die behauptete, es handle sich dabei um ihren Vater Guillaume, der hier nach dem Ersten Weltkrieg seine Krankheiten auskurierte.
Neue Geister in Aktion
Im Sommer letzten Jahres stiegen andere – kreative – Geister ins Tal. Tobi Fueter, Filmregisseur der Produktionsfirma Stories AG in Zürich, wusste, dass im Hotel früher legendäre Partys gefeiert wurden. Ebenso kannte er den Filmer Riccardo Signorell, der dort einen Film gedreht hatte. Als er aber das Hotel von Neuem betrat, war ihm, als höre er eine Stimme sagen, er müsse hier einen Mystery-Film drehen. Das kam ihm gerade recht, denn zur selben Zeit trug die Berner Werbeagentur Contexta ein Projekt an ihn heran, welches nach einer hollywoodmässigen Umsetzung verlangte. Ganz beseelt setzte er sich mit der Webagentur Hinderling Volkart an einen Tisch, und innert Wochen war der Gruselschocker abgedreht.
Doch «Lost in Val Sinestra» ist nicht nur ein Mystery-Film, sondern vor allem ein interaktives Projekt, das es vorher so noch nie gegeben hat: Jedermann, der einen Internetanschluss besitzt, kann auf der Website lost-in-val-sinestra.com mit wenigen Klicks den Film für sich adaptieren.
«Spukhafte Entwicklung»
Die Handlung des Films ist schnell erzählt: Ein paar Freunde kommen in die Schweiz und machen Ferien in den Bergen. Dann trifft ein fremdes Paar ein. Einer nach dem anderen der Freunde verschwindet plötzlich. Es folgen Angst und Schrecken, und das grosse Rätseln – in Verbindung mit Guillaume von Zimmer 5.
Tatsächlich reichen vier Klicks für Facebook-Profilinhaber: Starten, mit Facebook verbinden, Gänsehaut-Faktor einstellen, fertigstellen – und dann den Film an die Facebook-Freunde versenden. Das ist der springende Punkt: Dank der Verbreitung via Facebook – dem sogenannten viralen Effekt – wurde der Film bis heute rund 250 000-mal «gedreht» und über zwei Millionen Mal angeschaut. Rund um die Welt. Und noch immer sorgt er für Begeisterung. Täglich wird er von rund 3000 Leuten gesehen. Tobi Fueter: «Für eine Schweizer Filmproduktion ist das beeindruckend.»
Kein Wunder, ist man auch in der Val Sinestra zufrieden. Direktorin Wanda Hopman war nicht nur begeistert von der professionellen Filmproduktion in ihrem Haus, sondern stellt auch fest, wie sich die Bekanntheit ihres Hauses entwickelt. «Spukhaft gestiegen» sei diese, seit der Film im Umlauf sei. Es sei aber auch merkwürdig, dass sich Leute vor allem aufgrund des Medienrummels über den Film bei ihr anmeldeten und weniger direkt aufgrund des Films. Ob die Betrachter des Films von den geisterhaften Geschehnissen so in Bann gezogen werden, dass sie die Realität vergessen? Tatsache bleibt, dass auf diese mysteriöse Weise das «Val Sinestra» zu Weltbekanntheit kam und diesen geniessen kann. Geist Guillaume lasse sich dadurch nicht stören ...
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