Post by (brautkleider 2012) Nov 2011
26.11.2011 · Die Kleiderordnung signalisierte früher die Zugehörigkeit zu einer Schicht. Das machte das Leben leichter und half dem Geschäft.Blumenmädchenkleider
Eigentum ist nicht nur ein Rechtstitel, nicht nur eine Quelle des Konsums, nicht nur eine Sicherheit. Eigentum ist auch eine Mitteilung. Man versucht deshalb nicht nur zu besitzen, was man liebt. Man liebt auch, was man besitzt - weil man sich dadurch ausgezeichnet sieht und die Wahrnehmung anderer dadurch auf sich, den Besitzer, hinlenken kann.
Georg Simmel hat darauf 1908 in seiner „Soziologie“ in einem „Exkurs über den Schmuck“ hingewiesen. Der Schmuck diene dem Egoismus mittels Großzügigkeit. Man zeichne sich aus, indem man dem Gegenüber eine Freude zu sein versuche. Man hebt sich heraus, kann das aber nur, insofern man beachtet, was als bewundernswert gilt. Wer sein Ego unterstreichen will, sieht sich auf die Gesichtspunkte der anderen verwiesen.Der Schmuck und die Mode stehen darum seit jeher in der Polarität von persönlichem Akzent und Teilhabe am, Gehorsam gegenüber dem Kollektiv. Die Kleiderordnungen der guten Gesellschaft geben ein Beispiel für diesen Zusammenhang. Überall dort, wo Schichtzugehörigkeit der entscheidende soziale Unterscheidungsgesichtspunkt war, in Europa weit bis ins 18. Jahrhundert, lag es nahe, ihre Wahrnehmung zu erleichtern: durch strikte Regulierung, wem was zu tragen gestattet ist. Man unterstrich sein Ego nur als Repräsentant der Familie, des Standes, der Berufsgruppe - und konnte entsprechenden Respekt verlangen. Kleidung teilte Zugehörigkeit mit. Schon Tacitus berichtet, dass die Briten, als sie sich den Römern annäherten, auch begannen, die Toga zu tragen, und er verwendet den Begriff „Habitus“ dafür: „Inde etiam habitus nostri honor et frequens toga.“
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