2011年11月19日星期六

„Stil ist Betrug“: Ein großer Einzelgänger der Kunst

Post by (brautkleider 2012) Nov 2011

Das Ereignis des US-Kunstherbsts: Das Museum of Modern Art zeigt bis 9. Jänner eine umfassende Retrospektive des Werks des abstrakten Expressionisten Willem de Kooning.Blumenmädchenkleider
Zum großen Wurf fehlten Zeit, Wille und Inspiration. Willem de Kooning war in Verzug mit seinem Auftragswerk zum Debüt der Tänzerin Marie Marchowsky, einer surrealistischen Performance, das ihm 50 Dollar einbringen sollte. Für einen namenlosen Künstler, der auf seinen Durchbruch wartete, war dies 1946 eine stattliche Summe – freilich nicht genug, um sein Herzblut dafür zu geben. Also variierte de Kooning sein Motiv aus „Judgement Day“ – und fertig war „Labyrinth“, ein wuchtiges und zugleich zartes Gemälde, in Pink- und Erdtönen, bevölkert von ziselierten Kreaturen.
Ein paar Jahre später galt der Mittvierziger, zusammen mit seinem Freund und Trinkkumpanen Jackson Pollock, als Sensation in der New Yorker Kunstszene, als Vertreter des abstrakten Expressionismus und als Aushängeschild des „Action Painting“. 1986 handelte die Versteigerung von „Judgement Day“, seiner Imagination des „Jüngsten Gerichts“, ihm mit 20 Millionen Dollar sogar kurzzeitig den Ruf des höchstdotierten zeitgenössischen Künstlers ein. Damals litt der gebürtige Holländer, der als blinder Passagier 1926 in die USA kam, bereits an Alzheimer. Sein Atelier in Springs, einer Künstlerkolonie in den Hamptons auf Long Island, konnte er nur noch mithilfe von Assistenten betreten.
14 Jahre nach seinem Tod beschließt „Labyrinth“ eine umfassende De-Kooning-Retrospektive im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA), die den gesamten obersten Stock einnimmt und zum Ereignis des US-Kunstherbsts proklamiert worden ist. Die Werkschau, ein mäandernder chronologischer Pfad durch sein Schaffen mit 200 Objekten, zeigt ihn als großen Einzelgänger der modernen Kunst, der sich jedem Stil und jeder Einordnung entzieht. „Stil ist Betrug“, postulierte er: Er verschleiere die Angst. Die Figuration gab er nie ganz auf, der Abstraktion verfiel er nicht mit Haut und Haar. Als er sich von der abstrakten Malerei abwandte, punzierte Pollock ihn erbost als „Verräter“, so als wäre er vom Glauben abgefallen: „Du machst immer noch dasselbe verdammte Ding.“ De Kooning sah sich indes nur seinem Credo verpflichtet: „Ich war nie daran interessiert, ein gutes Bild zu malen, sondern nur daran, wie weit ich gehen konnte.“
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