Post by (brautkleider günstig) Sept 2011
Reutlingen. Wer schön sein will, muss leiden - diese Weisheit gilt besonders für Fans von Tätowierungen. Trotzdem ließen sich hunderte Tattoo-Fans die "Convention" in der Eishalle am Wochenende nicht entgehen.
Zugebenermaßen: Tätowierungen sind nicht Jedermanns Sache. Diejenigen, die aber ohne den dauerhaften Körperschmuck nicht mehr leben können, pilgerten am Wochenende in die Eishalle, um sich nach neuen Motivideen umzuschauen oder sich gleich ein neues Tattoo verpassen zu lassen.
Einer von denen, die zwischenzeitlich gar nicht mehr genug davon bekommen können, ist Can Padubrin. Er ließ sich nicht nur von Tätowierer Lee seine Wade verzieren, er hat sich im Lauf der Zeit auch an den Schmerz gewöhnt und spürt die hochfrequenten Nadelstiche längst nicht mehr, die sich durch seine Haut bohren.
Allerdings muss dazu gesagt werden, dass Padubrin selbst Tätowierer ist und bei Meister Lee in die Lehre geht, wie der 32-Jährige mit einem Augenzwinkern erzählt. Wie er aber überhaupt auf diese Idee gekommen ist, erklärt er damit, dass er lange Zeit Graffiti-Künstler war und in Tätowierungen vor allem eines sieht: "Man kann mit ihnen etwas aus Menschen machen - und das ist perfekt."
Weil es perfekt sein musste, ließ Padubrin eben nur seinen Meister an die rechte Wade. Der meinte mit Blick auf seine Arbeiten jedoch, dass er ein Gottesgeschenk erhalten habe. Denn eine Kunstschule oder Ähnliches habe er noch nie von innen gesehen.
Mit dem professionellen Tätowieren hat Lee, der sein Studio "Samurai Tattoo" in Neu-Ulm betreibt, allerdings erst vor sechs Jahren begonnen. Doch die allerersten Gehversuche in Sachen Nadel und Tinte machte er bereits mit zwölf Jahren. Da verpasste er sich ein Kreuz auf einen seiner Finger.
Während er über seinen Streich von damals noch immer ein wenig schmunzeln muss, sollte es nicht bei der kleinen Arbeit bleiben. Vielmehr folgten weitere, verschiedene Motive. Den großen Koi, den hat er sich beispielsweise als eigenes Meisterstück selbst auf die Wade gemalt. Anschließend folgten noch Portraits seiner Kinder, die er ebenfalls eigenhändig auf seinem linken Oberarm verewigte.
Seine Motivation auf Events wie dem am Wochenende von mittags bis nachts durchzuarbeiten, erklärt Lee mit der völligen Begeisterung für die Arbeit. Und wenn die vorhanden sei, dann würde er eben nicht müde oder nachlässig werden.
Mit dem nötigen Herzblut waren trotzdem alle vertretenen Tätowierer bei der Sache. Schließlich geht es nicht nur darum, neue Kunden auf sich und den eigenen Stil aufmerksam zu machen, am Ende der Convention wollte auch jeder zu den "Best of-Show" gehören.
Wer da auf alle Fälle schon vorne mitspielte, waren aber die US-amerikanischen Jungs des Tattoo-Studios "Goodfellas". Denn nicht nur, dass sie den derzeit angesagten Chicano-Stil aus Kalifornien in die Eislaufhalle mitgebracht hatten. Chef Steve Soto stach auch Bilder, die es sonst meist nur auf der anderen Seite des großen Teichs gibt.
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