Post by (brautkleider günstig) Sept 2011
Dortmund (RP). Am Ende gab's dann mal wieder reichlich Anerkennung. Von den Rängen des ehemaligen Westfalenstadions prasselte der Beifall auf Borussia Dortmunds Spieler herab, die sich für ein 1:1 in letzter Minute beim Champions-League-Comeback gegen Arsenal London zumindest ein bisschen feiern ließen. Im Medienraum bescheinigte ihnen Arsenals Trainer-Assistent Patrick Rice, der den von der Uefa gesperrten Chefcoach Arsène Wenger vertrat: "Sie spielen wie wir, wenn wir in guter Form sind. Heute haben wir gesehen, wie schwer es ist, gegen uns zu spielen." Borussias Trainer Jürgen Klopp war kein Ohrenzeuge dieser kleinen britischen Hymne. Aber sie wird ihm sicher noch gesungen worden sein. Und sie trug zu seinem Gesamteindruck bei: "Ich bin sehr zufrieden. Wir haben einen tollen Abend erlebt und sind für unseren Aufwand belohnt worden. Ein schöner Abend."
Klopp feierte ihn nach durchwachsenen Bundesliga-Leistungen als Rückkehr zum BVB-Stil. "Das ist unser Fußball", stellte er rundum zufrieden fest, "extrem leidenschaftlich, mit extrem stabiler Defensive." Natürlich war ihm trotz aller Begeisterung für das über weite Strecken großartige Abwehrverhalten, das die überragenden Mats Hummels und Sven Bender prägten, die kleine Delle in der Deckung nicht entgangen, die das Spiel für den Gegner hätte entscheiden können. Ausgerechnet der Altmeister im Team, der 31 Jahre alte Sebastian Kehl, leitete mit einem quer gespielten Fehlpass die Gäste-Führung durch Robin van Persie ein. Querpässe stehen bei Klopp auf dem Index. Dennoch muss Kehl keine Geldstrafe nach jüngster Magath-Manier befürchten. Sein Trainer breitete mit einem weisen Spruch für alle Fußball-Tageskalender den großen Mantel des Vergessens und Vergebens über den Aussetzer seines Kapitäns. "Im Fußball", erklärte Klopp, "geht es nicht darum, nichts falsch zu machen, sondern so vieles richtig zu machen, dass sich später keiner mehr an die anderen Szenen erinnert."
Die Dramaturgie der Begegnung half den meisten, auch den weniger sportphilosophisch orientierten Zuschauern, dabei, die Erinnerung an Kehls Fehlpass schnell verblassen zu lassen. Denn Dortmund bot in der Schlussphase der Begegnung viel Emotion auf dem Platz, nie nachlassende Kampfkraft, Tempo, bemerkenswerte Ideen von Mario Götze im Mittelfeld und ein mitreißendes Tor von Ivan Perisic zum Ausgleich. Mit dem linken Fuß beförderte der Kroate den Ball in einer grandiosen Mischung aus Gewalt und Kunstfertigkeit in den Torgiebel. Und er als er sagte, "das war ein perfekter Moment, ich bin so glücklich", fasste er die Gefühlslage des gesamten Dortmunder Anhangs präzise zusammen.
Die Frage, ob die Begeisterung über den glücklichen Ausgang eines Spiels, in das der BVB enorm viel Aufwand gelegt hatte, nicht doch im Gegensatz zum Ertrag stand, stellte sich niemand. Dortmund hatte einen Feiertag beschlossen. Und da scherte keiner aus. Am wenigsten der Trainer, dessen Zahnpasta-Werbelächeln wahrscheinlich noch auf der Heimfahrt durch die Nacht strahlte.
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