Post by (abendkleider online) Mar 2012
Der Berliner Ortsteil beherbergt Europas ältesten Tempel dieser Glaubensrichtung
Mönche aus Sri Lanka meditieren in Frohnau.
Foto: Ulli Winkler
Aus diesem Grunde hat sich wohl auch Buddha Frohnau als Sitz ausgesucht. Hier steht der älteste buddhistische Tempel Europas. Das bestätigt voller Freude der 61-jährige Tissa Weeraratna aus Sri Lanka, der den Besitz seit dem Jahr 1999 verwaltet. »Außerdem leben hier ständig zwei Mitarbeiter und durchschnittlich zwei bis drei Mönche«, erzählt Weeraratna, der zugleich Gesellschafter des Trägervereins »German Dharmaduta Society« ist.
1957 erwarb die Gesellschaft das Anwesen von den Erben des Frohnauer Arztes und Schriftstellers Paul Dahlke. Seitdem leben hier Mönche aus Sri Lanka und anderen Ländern. Dahlke hatte erst das buddhistische Haus und später den Tempel errichten lassen. Er hatte sich während vieler Asienreisen mit dieser Glaubensrichtung beschäftigt und war im Jahre 1900 selbst zum Buddhismus übergetreten.
1919 erwarb Dahlke ein kiefernbestandenes Heidegebiet, auf dem er ab 1923 von dem Pankower Architekten Max Meyer ein villenartiges Wohnhaus mit dahinter liegendem Tempel im japanischen Stil errichten ließ. Die Außenanlagen plante Dahlke selbst nach seinen Interpretationen buddhistischer Lehren.
Das Haus bezog Dahlke 1924 mit seiner Haushälterin sowie befreundeten Buddhisten. Zwei Jahre später wurde der Tempel gebaut. Das buddhistische Haus ist heute nationales Kulturgut und steht unter Denkmalschutz. Die Grünflächen sind Gartendenkmal. Im Garten steht eine Steinskulptur der Göttin der Barmherzigkeit Kannon. Sie wurde 1959 von der japanischen Stadt Nagoya gestiftet. Dahlke ist an einer unbekannten Stelle des Gartens beigesetzt. Von der buddhistischen Gartenanlage ist es nicht weit zur weltlichen Gartenstadt. Landschaftsarchitekt Ludwig Lesser hatte das Konzept nach englischem Vorbild entworfen. Die Anlage wurde rund um das neue Bahnhofsgebäude der Berliner Vorortbahn angelegt. 1910 wurde die Einweihung des Ortes gefeiert. Anfangs wurden nur wenige Häuser gebaut, dann brach der Erste Weltkrieg aus. Der größte Teil der Wohnanlagen wurde zwischen den beiden Weltkriegen errichtet. brautkleider 2012
Die Bebauung des nordöstlichen Teils der geplanten Siedlung wurde aber nie verwirklicht. Die Straßen waren jedoch schon gepflastert und Gehwege mit Straßenbäumen angelegt worden. So entstand das Kuriosum, dass man heute durch den Frohnauer Forst auf gepflasterten Wegen wandern kann. Ein anderer Plan aus den 1930er Jahren wurde fallen gelassen: der nördliche Teil des Berliner Autobahnrings sollte durch dieses Waldstück führen.
Im Norden Frohnaus entstand dann 1938 die Invalidensiedlung. Der Haupteingang lag im Norden in Richtung des in Brandenburg liegenden Ortes Hohen Neuendorf. Die Anlage ging aus dem seit 1748 bestehenden Invalidenhaus hervor. Heute bietet die Stiftung Invalidenhaus behinderten Menschen in der Siedlung Wohnraum an. Rund 50 Mehrfamilienhäuser mit 180 Wohnungen stehen zur Verfügung.
Das heute etwa 17 000 Einwohner zählende Frohnau grenzt direkt an den im Land Brandenburg liegenden Kreis Oberhavel. Im Osten und Nordosten stößt der Ortsteil an die Gemeinde Glienicke/Nordbahn.
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