Post by (abendkleider online) Mar 2012
KRIMINALITÄT Niederländer sollen 1,7 Millionen Euro ergaunert haben / Auch Lampertheimer betroffen
Computerkriminalität ist auf dem Vormarsch. Erst im Mai letzten Jahres hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt. Befund: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Delikte im Bereich der Internetkriminalität um zwölf Prozent gestiegen. Davon machten im Jahr 2010 allein Betrugsdelikte die Hälfte aller erfassten Straftaten aus - Tendenz steigend. Zuletzt erreichte auch diese Zeitung eine Meldung über einen Lastschriftbetrugsvorgang. Bei einem Lampertheimer wurde zweimal ein Betrag in Höhe von 19,95 Euro von einem sogenannten Petrus Egidius Knabben abgehoben, angeblich für eine „Mobile App“, wie der Verwendungszweck auf dem Kontoauszugsausdruck verrät. Wer verbirgt sich dahinter?
Achim van Remmerden, Pressesprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in Lingen, bestätigt, dass es sich hierbei um ein bundesweites Betrugsverfahren handelt. „Unsere Polizei und die Staatsanwaltschaft Osnabrück haben ein Konto mit einer Summe von 1,7 Millionen Euro beschlagnahmt“, erläutert er. Verdächtigt werden hierbei zwei Niederländer, der 62-jährige Petrus Egidius K. aus Rotterdam und die 65-jährige Elisabeth Louise R. aus Amsterdam. Beide stehen im Verdacht, die „Geschäfte“ über ein Geldinstitut in Lingen abgewickelt und als Firmenanschrift eine fingierte Adresse angegeben zu haben. „Der Kontakt zu den niederländischen Kollegen läuft auf Hochtouren“, sagt van Remmerden.
Wo kommen die Bankdaten her?brautkleider 2012
Auf den Fall aufmerksam geworden ist die Commerzbank in Lingen, die seit dem 14. Februar vermehrt Rücklastschriften des Verdächtigen Knabben bemerkt hat und die Staatsanwaltschaft kontaktierte. Wie die Fachzeitschrift „Computerbild“ am 20. Februar meldete, soll es sich um ebenjenen Unternehmer Petrus Egidius Knabben handeln, dessen Firma unter dem Namen „Arthur & Anderson“ mit Sitz in Lingen gemeldet sei. Mehreren Medienberichten zufolge soll es sich dabei um eine Briefkastenfirma handeln. Doch woher hatte besagter Knabben überhaupt die Bankverbindungsdaten? „Dazu können wir nach derzeitigem Ermittlungsstand noch nichts sagen“, meint van Remmerden. Dennoch sei es kurios, dass selbst solche Bürger betroffen gewesen seien, die gar kein Handy besitzen.
Immerhin: Von dem anfänglich prall gefüllten Konto in Lingen (1,7 Millionen Euro) ist nicht mehr viel übrig geblieben. „Momentan befinden sich dort nur noch 200 000 Euro“, bestätigte der Pressesprecher. Im Kreis Bergstraße haben nach Auskunft des Polizeipräsidiums Südhessen bisher zehn Personen Anzeige erstattet.
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