2012年3月23日星期五

Schlechter Stil

Post by (abendkleider online) Mar 2012

Bundestag-Sportausschuss berät über Erfurter Dopingaffäre

Von Robert Kempe

Der Erfurter Sportmediziner Andreas Franke hat als Vertragsarzt des dort ansässigen Olympiastützpunktes jahrelang das Blut zahlreicher Athleten mit der Methode der UV-Bestrahlung behandelt, dafür wird es dem Körper ab und später zurückgeführt. Laut WADA-Generaldirektor, David Howman, ein verbotene Methode. Finanziert wurden Frankes Behandlungen mit Geld des Steuerzahlers. Jetzt hat sich der Sportausschuss des Bundestags mit der Causa Erfurt beschäftigt.
Er sei über den Umgang im Ausschuss entsetzt, erklärte Prof. Fritz Sörgel, als er nach Ende der Sitzung des Bundestagssportausschusses als erster den Saal verließ. Der Pharmakologe war als Sachverständiger in den Ausschuss geladen. In der Sitzung wurde er für sein Gutachten, in dem er die in Erfurt praktizierte Methode der UV-Behandlung als Dopingvergehen klar wertete, von der Regierungsfraktion und vor allem von CDU-Obmann Klaus Riegert hart angegangen. Dieser nannte Sörgel einen Apotheker und dessen Ausführungen unzulässig, sein Gutachten hatte man davor prüfen lassen.

Der anerkannte Pharmakologe hält dies für schlechten Stil:

"Also wenn insbesondere Herr Riegert einen nicht genannten Experten - es stellt sich ja die Frage warum sie diesen Experten nicht nennen - wenn er mir also vorwirft, dass dieser Experte gesagt hätte, mein 4-seitiges Gutachten sei kompletter Quatsch- ohne präzise irgendetwas zu nennen. Dann ist das natürlich ziemlich unerträglich im wissenschaftlichen Bereich."

Riegert wollte sich zu der Auseinandersetzung mit Sörgel nicht weiter äußern. Dagegen fand Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD, deutliche Worte.

"Ich beobachte mit großer Sorge, dass im Sportausschuss immer wieder Sachverständige, die wir gemeinsam einladen, auf die sich die Obleute im Konsens verständigt haben, diskreditiert werden nur weil sie eine Position vertreten die manchen Abgeordneten nicht genehm ist."

Auch der zweite Sachverständige, der Sportrechtler Georg Engelbrecht bekräftigte noch einmal, dass es sich bei der in Erfurt angewandten UV-Bestrahlung um eine - nach der Rechtsprechung des internationalen Sportgerichtshofs CAS - verbotene Methode handle. brautkleider 2012

Die Grüne Viola von Cramon zeigte sich nach der Sitzung unzufrieden. Ihr Antrag wurde abgewiesen. Darin forderten die Grünen u.a. eine zuwendungsrechtliche Prüfung aller medizinischen Behandlungsleistungen an allen deutschen Olympiastützpunkten.

"Wir haben feststellen müssen, dass die Mehrheitsfraktion - in dem Fall die Regierungskoalition in unheiliger Allianz mit der Linken - kein Interesse hat an einem ambitionierten Anti-Doping-Kampf, und dass auch die NADA sehr vorsichtig umgeht mit der gesamten Situation."

Erst zwei Verfahren hat die Bonner Agentur im Fall Erfurt eingeleitet. Die Kosten für sportrechtliche Verfahren gegen alle 30 Athleten, die laut NADA in die Causa Erfurt involviert sind, rechnete die Vorstandsvorsitzende der NADA, Andrea Gotzmann, im Ausschuss auf bis 1,3 Millionen Euro zusammen.

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