2012年5月2日星期三

Glänzende Technik und vollendeter Ausdruck

Post by (abendkleider online) May 2012

HERSBRUCK - Im trauten Ambiente der an Kunstschätzen reichen Spitalkirche musizierte das Streicherensemble „Con Brio“ Werke von Joseph Haydn und Franz Schubert. Zahlreiche Musikfreunde lauschten den erlesenen Darbietungen der engagierten Musiker, die durch glänzende Technik und vollendete Ausdruckstiefe die Zuhörer in den Bann zogen.
Es musizierten Gerda Machmor-Geer (1. Violine), Heidi Braun (2. Violine), Franz Rauch (Viola), Peter Donhauser und Ulf Geer (Violoncello), der das Quartett zum Quintett erweiterte. Das 1991 von Heidi Braun und Peter Donhauser (beide Musiklehrer) gegründete Ensemble „Con Brio“ genießt durch seine klassischen Konzerte einen hervorragenden Ruf im Nürnberger Land.
Haydns (1732-1809) Verdienst war es, die Gegensätze zwischen polyphonem, kontrapunktischem Stil (Johann Sebastian Bach) und dem galanten homophonen Stil des Rokoko aus Italien in einer Synthese zum klassischen Stil zu vereinen. In diesem Stil sind seine 83 Streichquartette, über 100 Sinfonien und zwei weltliche Oratorien entstanden. Der Physiker und Geiger Albert Einstein musizierte Haydns Werke lebenslang.
Eingangs erklang das Quartett D-Dur, op. 17/6 von Joseph Haydn. In transparentem Klang, leichtfüßig unbeschwert und homogen gestalteten die Musiker das liedartige Thema, das die Primgeigerin in hohen Lagen und sauber intonierten Doppelgriffen in Terzen und Sexten ausführte. Das Menuett verströmte empfindsame Kantilenen und delikat wiegende Triolen, die das Thema variieren. Klangintensiv das Largo mit hübschen Fiorituren (ital. Blüten = Verzierungen), Trillerketten und zwei kleinen Solokadenzen von der Primgeigerin tonschön vorgetragen. Ein viel Technik forderndes Finale sprühte nur so von witzigen Einfällen und endete unerwartet im Pianissimo. Verdienter Applaus für eine herausragende Interpretation, ganz im Sinn von Haydn.
Von Franz Schubert (1797-1828): sein einziges Streichquintett in C-Dur, op. 163 posth. D 965. Durch ein zweites Cello erreicht das Werk orchestralen Klang. Während ein Cello den Bass grundiert, korrespondiert das zweite Cello mit der Bratsche in zarten Melodien. Die erfahrenen Musiker loteten alle dynamischen Schattierungen ausdruckstief aus vom Pianissimo bis zum Fortissimo. In den vier Sätzen klingen Motive von Liedern Schuberts an - und doch erinnert diese elegische Musik in einer ergreifenden Aussage an die seelische Verfassung des Liedkomponisten Franz Schubert, dessen unheilbare Krankheit ihn mit dem Tod konfrontiert hatte. Man könnte dieses im Todesjahr entstandene Streichquintett als einen Abschied vom Leben bezeichnen. Seine innere Not ließ er in Tönen erklingen, um sich von ihr zu befreien. Seine musikalische Sprache interpretierten die Musiker so authentisch, dass sie den Zuhörern bisweilen unter die Haut ging. brautkleider 2012
Melodische Einfälle steigerten den Klangzauber, ebenso der Wechsel von Dur nach Moll und kühne harmonische Wendungen. Schrille Töne und Triller in hohen Lagen dynamisch bis ins Unerträgliche gesteigert sollten das Unheil vorausahnen. Im Adagio folgen überirdische Klänge, deren elegische Melodien feinsinnig geboten an das Leben erinnerten. Düsteres Moll und erregte Triolen beenden den traumhaften Rückblick. Auch das Scherzo ähnelt eher einem Totentanz, den das folgende Trio (ohne Vibrato) mit fahlem Klang noch verstärkt. Ein kurzes Andante führt klagend zur Annahme des Schicksals, ehe ein Finale chaotisch mit synkopierten Themen und einem fff-Akkord, gleichsam einem Aufschrei das tragische Ende symbolisiert. Mit einem Vorhalt auf der Note Des, die den Grundton C zögernd freigibt, endet das Seelengemälde des todkranken Franz Schubert, das die Musiker exzellent interpretierten.
Frenetischer Applaus für eine hohe künstlerische Leistung. Ulf Geer stellte eine Fortsetzung der neuen „Klassik-Reihe“ des Kick in Aussicht.Alfred Eichhorn

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